Ankündigung

Einklappen
Keine Ankündigung bisher.

Fahrrad-Heckklappenträger?

Einklappen
X
  • Filter
  • Zeit
  • Anzeigen
Alles löschen
neue Beiträge

  • Fahrrad-Heckklappenträger?

    Hallo zusammen,

    ich suche einen Heckklappenträger (also ohne Anhängerkupplung) für 2 Räder mit Traglast bis 40kg. Hat jemand Erfahrungen oder einen Tipp/Modell/Negativanzeigen? Das Netz ist voller angeblicher Universalteile unter hundert Euronen, und den einen oder anderen angeblich passenden, dem ich schon vom BIld her nicht traue.

    Danke!

    Grüße, 'Mas

  • #2
    Ich rede zwar mit mir selbst, aber vielleicht sucht ja irgendwer mal nach dem gleichen Thema - also werde ich meine Erfahrungen hier dokumentieren:

    Ich habe mich nach viel Sucherei für den "Fabbri Bici OK Elektrobike" entschieden, Link zur Herstellerseite ist beigefügt. Zum einen macht der einen relativ stabilen Eindruck, ist sehr flexibel einstellbar und kostet nicht so viel wie noch mal ein ganzes Fahrrad. Auf den Dicken (Touring) passt er genauso gut wie auf einen familiennahen tschechichen Kleinwagen mit Steilheck, lässt sich mit 6 Riemen und gummigepolsterten Haken in der Heckklappe stabil einsetzen und liegt mit seinen Kontaktflächen (auch Gummi) an der oben Kante der Heckscheibe und der Unterkante der Heckklappe stabil auf. Ordentlich festgezurrt wackelt da erst mal nix.
    Zumindest ein Rad hat sich testweise ganz gut einhängen lassen (Tiefeinsteiger, mit BT-Win Rahmenadapterstange). Kurze Testfahrt von 3km lief ohne besondere Vorkommnisse.

    Was jetzt fehlt ist der Praxistest - der wird nächste Woche über 350km mit einem 30kg-Rad hinten drauf stattfinden. Wie das funktioniert hat werde ich nachtragen, wenn ich denke auch mit Bildern - oder ihr könnt es in der Zeitung lesen, falls es extrem schlecht läuft...
    REAR BICYCLE CARRIER WITH MTB RAIL FOR CARRYING UP TO 2 ELECTRICAL BICYCLES Rear bike rack for the carriage of 2 bicycles/electrical bicycles, designed for cars with standard bonnet and tailgate as well as for cars with spoiler, glass rear window or plastic bumpers (see Fibbieion list on www.fabbri.info) Foldable when travelling empty Antitheft knob […]

    Kommentar


    • #3
      Das Ding sieht aber alles andere als Komfortabel aus. Die Befestigung alleine dürfte schon zum Akt werden und für Leute denen der Lack und die Kanten dann noch was am Herz liegen ist das schonmal garnix - das wird auch der Grund sein warum sich hier keiner meldet.

      Allein das ausrichten, bis das Teil so am Heck klemmt, dass man das DIng auch noch aufmachen kann dürfte was Zeit kosten

      Zumal lasten die ganzen 30 oder 60kg dann auf der Stoßstange, selbst wenn sie anfangs an die Heckklappe gezogen werden, werden diese nach unten rutschen bis sie aufliegen (Physik, Vibrationen etc)

      60kg auf der Kunststoffkante? mhmh...
      In jedem Ü-Ei ist ein toter Minion
      Ersatzteile und Trödelkammer

      Kommentar


      • #4
        ... so einen in der Art hatte ich mal auf meinem Skoda. Der hat den Lack an den Kontaktstellen schön abstumpfen lassen. War mir bei dem Wagen aber völlig egal. Der Dicke wäre mir zu schade für sowas!

        ps: der lag übrigens nie unten auf. Die Klappe liess sich jederzeit problemlos öffnen..
        LINK: 2013er Charger SRT8 - 6.4 (392 cui) ............................
        LINK: ehemaliger 2007/08er 300C Touring CRD (182 cui)
        LINK: 1966er elCamino 400cui (noch immer mein Hubraumstärkster)
        LINK: Youtube - ElTobbyOB

        Kommentar


        • #5
          So, da wäre ich wieder, um diese Geschichte mal mit einem Praxisbericht abzuschließen.

          Szenario:
          Gesamte gefahrene Strecke mit Träger: über 700km; Gemisch Autobahn (max. 120 km/h) + Landstraßen, manche davon in extrem schlechtem Zustand.
          2 Fahrräder (28 Zoll Retro Bike & 24 Zoll Hybrid Klapprad) mit Gesamtgewicht von 48kg
          Größtenteils Regen, Temperaturen 5-10 Grad, Winterreifen auf Standardfelgen, Normalfahrwerk

          Gesamtfazit:
          Trotz mulmigem Gefühl beim Start ein rundum erfolgreicher Einsatz.

          Aufbau:
          • Die Einstellerei auf das Auto ist in 10 Minuten erledigt - an der oberen Heckklappenkante einhängen, Gelenke einstellen bis die Räder aufrecht stehen können, arretieren. Restliche Haken einhängen, festzurren, fertig.
          • Zur Sorge wegen des Komforts und der Traglast: Die Haken sind gummigepolstert und sehr breit; zum Lackschonen habe ich noch jeweils ein Stück Folie untergelegt. Ergebnis: Keine sichtbare Veränderung - allerdings bin ich auch kein Hochglanzpolierer und Mikrokratzerallergiker.
          • Die Last liegt hauptsächlich auf Heckscheibe und unterer Kante der Klappe (Hebeleffekt) und "hängt" an den Gurten der oberen Klappenkante. Während der ganzen Fahrerei kam es nicht zum Aufliegen auf der Plastikstoßstange; im Leerbetrieb lässt sich die Klappe problemlos öffnen.

          Beladung:
          • Aufgrund des Aufbaus liegen die Schienen recht hoch - auf Höhe der unteren Heckscheibenkante; die oberen Haltearme sind dann in einer Höhe von fast 1,90m. Man sollte also einigermaßen sportlich und auch nicht der kleinste sein um ein Rad hochzuhieven; zu zweit funktioniert es am Besten.
          • Die Räder stehen sicher in den Schienen (Doppelwandiges Aluprofil), werden durch verschiebbare Radkeile fixiert und mit Kunststoffbändern verzurrt. Oben werden die Räder durch je einen Haltearm mit Gummimanschette am Mittelrohr gepackt und mit einer gummiummantelten Stahlseilschlinge festgeklemmt. Für mein Hybridklapprad habe ich noch einen Mittelstangenadapter eingesetzt (siehe Bild), das funktionierte sehr gut.
          • Das Beladen/Entladen dauert seine Zeit - vor allem deswegen, bis der Drehknopf des Haltearms komplett auf- oder zugedreht ist, und die Bänder an den Reifen etwas hakelig sind. Aber besser so als ein selbstständiges Lösen durch die Ruckelei beim Fahren.
          Fahrt:
          • Erstaunlich problemlos. Natürlich neigt das äußere Rad etwas zum Wippen, da es auf der längeren Kante steht, aber Bänder, Klemmen, Haltearme und Fixierer halten. Mehrmaliges Nachkontrollieren nach 10, 50 und 100km haben irgendwann den Blutdruck etwas gesenkt: Da gibt nichts nach.
          • Natürlich muss man vorsichtiger fahren, nicht schwungvoll in die Kurve brettern, und vor allem bei verschlaglöchterten Landstraßen gewaltig vom Gas gehen.
          • Der Verbrauch ging um ca. 1l/100km nach oben, trotz extrem langsamer und sanfter Fahrerei. Hat eben Windwiderstand.
          • Rückfahrt mit nur einem Fahrrad hinten drauf (Klapprad im Kofferraum, der war dann leerer) - ebenso stabil, weniger Wipperei, gleiche Verbrauchserhöhung.
          • Einziger Kritikpunkt: Nach ca. 300km zeigte sich, das sich die oberen Gummipuffer allmählich nach innen bewegt hatten (ca. 5cm), wahrscheinlich durch kleine Schaukelbewegungen. Dann war ich aber auch am Ziel, hab justiert, alles wieder festgemacht - und hatte den Effekt nach der Rückfahrt nicht mehr. Vermutlich wegen weniger Schaukelei mit nur einem Rad.
          Sonstiges und Schluß:
          • Für eine gelegentliche Tour ist der Träger gut geeignet - schnell aufgebaut, schnell abgebaut, gut zu verstauen.
          • Zum Beladen sollte man besser zu zweit sein.
          • Zum Justieren der Radkeile braucht man einen Inbusschlüssel, den solte man nicht vergessen. Alles andere ist gut ohne Werkzeuge einstellbar.
          • Da Haken und Puffer den Lack und das Glas berühren, können Nutzungsspuren entstehen, keine Frage. Wer ein klavierlackschwarzes Auto fährt und nach jedem Regenschauer mit dem Fensterleder auf den Parkplatz rennt, sollte die Finger von dem Ding lassen. Mein Auto ist ein Arbeitsgerät, daher habe ich Kantenschäden bewusst riskiert - und kann keine feststellen.
          • Die Fixierungen der Bänder sind simple Zugklemmen (immerhin aus Metall), keine Hebelratschen - das wäre mir lieber gewesen, gehalten hat es aber auch so
          • Für den langfristigen Einsatz würde ich den Träger jedesmal genau überprüfen. Alle Gelenke sind größtenteils aus Kunststoff, die Bänder aus Kunststoffgewebe, die Fixierbänder an den Schienen aus flexiblem Plastik. Sobald ich feststelle, dass es da Witterungseinflüsse oder Alterungserscheinungen gibt, würde ich Komponenten austauschen.
          Bei Fragen - einfach fragen.
          Zuletzt geändert von criticalmass; 09.04.2018, 18:02.

          Kommentar

          Lädt...
          X