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Anleitung Wellendichtring zwischen Motor und Getriebe erneuern

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    Anleitung Wellendichtring zwischen Motor und Getriebe erneuern

    ​Moin,
    da ich bei mir gerade den Simmerring zwischen Motor und Getriebe gewechselt habe - dachte ich - ich stelle es (ggf. fürs Dickipedia?) mal hier zur Verfügung.
    Leider hab ich nicht bei jedem Schritt daran gedacht ein Foto zu machen.

    Die Arbeitsschritte können teilweise auch in anderer Reihenfolge erledigt werden oder gar nicht richtig, bzw. nötig oder sogar falsch sein!
    Oder ich habe etwas vergessen!
    Dies ist keine offizielle Anleitung - und ich bin ein Laie was KFZ-Technik betrifft und nicht in diesem Bereich ausgebildet oder sonstirgendetwas.

    Im Zweifel stellt dieser Post eher einen Blog als eine Anleitung dar!
    Für Schäden wird keine Haftung übernommen.


    Teile:
    - Abschlussdeckel mit Simmerring - ALT (MB Teilenummer: A6420100314)

    oder

    - Abschlussdeckel mit Simmerring - NEU (MB Teilenummer: A6420100214)
    Beim neuen Deckel werden (wie ich herausfinden musste) längere Schrauben benötigt:
    - 10x MB Teilenummer: N910143006002 (Kosten bei MB Direkt 19,99€)


    Werkezug, welches benötigt wird:
    - Hebebühne
    - Getriebeheber
    - Gut sortierter Werkzeugkoffer
    - Dicker langer Schlitzschraubendreher


    Optional:
    - Sperrwerkzeug für Mitnehmerscheibe (MB Teilenummer: 112589034000)
    - etwa 2 bis 2,5 Liter neues Getriebeöl


    Als erstes klemmt man die Batterie ab.
    Dann öffnet man die Haube, entfernt die Motorabdeckung und löst
    - die Schraube vom Getriebeeinfüllrohr oben
    - Die Schelle an der Verbindung Turbolader zu KAT
    Optional: Differenzdrucksensor lösen und am Getriebe vorbei unters Auto legen (lässt sich auch unten am DPF an den Schläuchen lösen)
    ​​


    Dann kann das Auto auch schon hochgebockt werden.
    Jetzt wird das Getriebeöl abgelassen (ist das überhaupt nötig? Ggf. damit weniger Öl aus den Leitungen austritt... Laut MB Anleitung am W210 soll es abgelassen werden)


    Als nächstes wird der KAT ausgebaut. (leider keine Bilder im einzelnen von gemacht)
    Dieser ist oben an der bereits gelösten Schelle am Turbo, an der Getriebeglocke an einem Halter - 13er Nuss - und unten am Getriebelagerhalter - 2x 15er Nuss - befestigt.
    Zusätzlich müssen noch Sensoren und/oder Sonden entfernt, oder am Stecker gelöst werden


    Hier sollte am Getriebe nun die Öleinfüllleitung des Getriebes und der Getriebestecker der Steuerung vom Getriebe getrennt werden.
    (Leider keine Bilder gemacht)
    Alle offenen Löcher am Getriebe mit kleinen Tüchern o.Ä. zustopfen.

    Jetzt sollten Platzeshalber schonmal die unteren 2 Schrauben der Getriebeglocke herausgeschraubt werden.
    (Es ist hilfreich sich ein Stück Pappe zu nehmen und die Schrauben der Glocke in der richtigen Reihenfolge einzustecken):


    Auch die 6 Schrauben, mit welcher der Wandler an die Mitnehmerscheibe geschraubt ist sollten nun schon herausgeschraubt werden.
    Diese lassen sich durch die kleine Öffnung unten in der Getriebeglocke lösen:


    Der Motor muss immer soweit weiter gedreht werden, bis die Erste der paarweise vorhandenen Schrauben am Loch ist.
    Da ich vorne an der Kurbelwelle mit der Knarre durch die Vorderachse nicht zum Motor durchdrehen ansetzen konnte, habe ich mit einem dicken Schlitz an der Mitnehmerscheibe an den Zähnen den Motor in !!!Laufrichtung!!! weiter gedreht...


    Nun wären wir schon bei der Kardanwelle. Um diese am Getriebe zu lösen, habe ich das Getriebe nun erstmal so gestützt, dass der Fokus dadrauf lag, noch den Halter für das Getriebelager lösen zu können. (also quer und weiter vorne richtung Motor)
    Dieser ist mit - 4x 13er Schraube - am Rahmen und - 2x 15er Schraube - am Getriebelager befestigt (leider keine Bilder des Ausbaus gemacht) :


    So lässt sich die Kardanwelle Getriebeseitig (3 Schrauben) lösen:


    Dann hinten (3 Schrauben) lösen:


    Und das Mittellager:


    So lässt sich die Kardanwelle mit ein wenig gefummel und Achtsamkeit aufs Mittellager auch schon nach hinten durch den Auspuff durchdrücken:





    Jetzt kann und sollte das Getriebe für den Ausbau richtig abgestützt werden. Es lässt sich mit einer Hand hinten gut hochdrücken und der Getriebeheber sollte nun so ausgerichtet werden, dass der Schwerpunkt des Getriebes gut drauf liegt.

    Dann kann der Schaltmechanismus am Getriebe ausgehangen und abgeschraubt werden. Und die Getriebeölleitungen abgebaut werden:
    - Am Getriebe kann der Nippel? einfach mit einem Schlitzschraubendreher rausgehebelt werden und die beiden - 15er oder 13er Schrauben? - gelöst werden:



    Den Bereich um die Getriebeölleitungen gut mit Bremsenreiniger und Druckluft, ggf. mit einem Tuch säubern. Am Getriebe haben diese einer 19er Schlüsselweite.
    Löcher mit Tuch zustopfen:



    Da mir die Leitungen vom Gefühl her im Weg waren, habe ich diese ganz ausgebaut und beiseite gelegt.
    17er Schlüsselweite meine ich:


    Jetzt können die restlichen Schrauben des Getriebes vom Motor gelöst werden.
    Hier sollte drauf geachtet werden, dass auf der Fahrerseite der Anlasser mit an 2 Schrauben hängt und direkt dadrüber eine Masseleitung auf der Schraube mit einer Mutter befestigt ist - beim Zusammenbau nicht vergessen!
    Beifahrerseitig gehen 2 Schrauben in das Halteblech vom KAT. Dieses löst sich mit losschrauben der beiden Schrauben.:


    Jetzt kann das Getriebe auch schon abgenommen werden:


    Nun wird die Mitnehmerscheibe gelöst. Hierzu kann das Sperrwerkzeug für die Mitnehmerscheibe eingesetzt werden.



    Und schon sind wir beim Wellendichtring angekommen. Laut den einschlägigen Aftermarketzulieferern sollte bei meinem Motorcode schon die neue Version des Abschlussdeckels montiert gewesen sein. Daher habe ich diesen auch voher schon bestellt. Ob es so gedacht ist, die Deckel gegen die andere Version zu tauschen weiß ich nicht. Für mich sah es passend aus.
    Meine Motornummer: 64298240774579


    Wie nicht anders zu erwarten hatte ich natürlich die alte Version verbaut:


    Was hier offensichtlich wird - die Ablaufbohrung für den Ölkühler liegt direkt offen über dem Wellendichtring. Somit kann bei einer Undichtigkeit nicht direkt unterschieden werden, ob es nun vom Ölkühler oder vom Simmerring kommt. Da das Öl so in beiden Fällen unten aus der Glocke zu laufen scheint.

    Die 10 Schrauben werden gelöst. Um den Deckel vom Motor zu trennen, habe ich mit einem Heißluftföhn solange den Rand des Deckels erhitzt, bis sich dieser mit einem Schraubendreher vorsichtig immer weiter abhebeln ließ.

    Die Dichtfläche am Motor muss gründlich gereinigt werden.

    Nachdem ich nun schlauerweise den neuen Deckel mit den alten Schrauben einsetzen wollte, musste ich feststellen, dass die Schrauben dafür nun zu kurz sind, da der alte Deckel eher die Dicke wie ein Stück Blech hat und der neue wesentlich massiver ist. Nach einiger Recherche im WIS habe ich dann die richtigen Schrauben gefunden (N910143006002 - 10x, 19,99€ bei MB)



    !!!Achtung: Die Schritte ab jetzt bis zum Anziehen der 10 Schrauben muss innerhalb von 5 Minuten erledigt werden, da die Dichtmasse dann beginnt fest zu werden!!!
    Als nächstes wird die Dichtmasse (Ich habe Dirko genommen) auf den Abschlussdeckel aufgetragen.
    Hier ist penibel dadrauf zu achten, die Dichtmasse GENAUSO aufzutragen, wie es in der WIS Anleitung gezeichnet ist. Bei mir wurde es zu erst nicht dicht weil ich die Bahn nicht exakt genauso aufgetragen habe, wie abgebildet.



    Auf dem Bild sieht man, dass der Simmerring eine Plastikkappe aufgesteckt hat. Diese lässt sich genau auf die Kurbelwelle setzen. So dass der Simmerring sauber über die Kurbelwelle geschoben werden kann. Hierbei darauf achten, dass der Simmerring nicht umknickt und dass die Kubelwellse sauber und fettfrei ist. Der Abschlussdeckel muss nun so an den Motor geschoben werden, dass die beiden kleinen Löcher auf die Führungshülsen passen.

    Die 10 Schrauben werden dann über Kreuz mit 8NM angezogen. Und dann nochmal mit 10NM nachgezogen.


    An dem neuen Deckel sieht man nun, dass die Ablaufbohrung des Ölkühlers nicht mehr an der Getriebeglocke herunterläuft. Diese wird nun "weitergeleitet" zu der Ablaufbohrung, die über dem Anlasser endet. Somit kann ab jetzt bei einer Undichtigkeit direkt ohne weiteres Ausbauen und Prüfen gesehen werden, welches Teil von beiden undicht ist. Da der Ölkühler beim Anlasser - und der Wellendichtring an der Getriebeglocke unten abtropfen sollte.

    Das war es eigentlich schon.

    Falls man sicher gehen möchte, dass auch alles Dicht ist, die Dichtmasse 24Stunden trocknen lassen.

    Sollte nicht nachgemacht werden:
    Da ich beim ersten mal leider mit dem Auftragen der Dichtmasse leider nicht genau genug war und einfach alles wieder zusammengebaut habe, nur um festzustellen, dass es immer noch undicht ist, habe ich beim 2. Versuch folgendes gemacht:
    - Anlasser ohne Getriebe direkt in den Motor geschraubt
    - Massekabel befestigt
    - die Mitnehmerscheibe angeschraubt
    - Motor hinten abgestützt
    - Motor ohne Getriebe und KAT etwa 1 Minute laufen lassen
    - Eine halbe bis ca. 1 Stunde gewartet und geschaut, ob aus dem Abschlussdeckel Öl austritt

    Ein Diagnosegerät zum löschen der Fehler sollte vorhanden sein, da ABS, ESP, Getriebe und der Rote Blitz durch fehlendes Getriebe und abgeklemmten Differenzdrucksensor Fehler hinterlegen.
    Ich habe die Fehler noch nicht gelöscht und kann auch noch nicht sagen, ob dieser Test auswirkungen auf die Getriebesteuerung (was Adaption oder ähnliches betrifft) nachwirkungen haben wird!

    EDIT:
    ------------------------

    Fehler ließen sich löschen und alles funktioniert wieder normal
    ------------------------


    Nun kann alles wieder zusammengebaut werden.

    Noch ein kleiner Tip:
    Der KAT lässt sich oben am Turbo besser befestigen, wenn die 13er nuss am Halteblech des Kats noch nicht komplett festgezogen ist und erst nach der Schelle richtig angezogen wird.

    Hier noch die Drehmoment !!!welche aus dem Mercedes WIS für den W211 und/oder W210 stammen!!! Daher keine Garantie auf Richtigkeit!

    Mitnehmerscheibe auf Kurbelwelle:

    Wandler an Mitnehmerscheibe (Keine Ahnung was Schrägverzahnung sein soll - daher habe ich die 42NM plus ein wenig mehr mit der Hand genommen):


    Abschließend die entnommene Menge Getriebeöl wieder oben einfüllen - ich habe es mit einem 1Liter Behälter gemacht:
    Zuletzt geändert von s7oneD; 20.08.2025, 09:42.

    #2
    Super gemacht - Hut ab.
    Ich fahr zwar keinen Ölkocher, aber wahrscheinlich kann man einen Großteil der Arbeitsschritte auch für die Benziner übernehmen.
    Ich bin keine Signatur, ich putze hier nur.https://www.bilder-hochladen.net/files/7yg5-3h-bc40.gif

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      #3
      Du musst weder die komplette Kardanwelle noch den Kat ausbauen. Das Getriebe kriegst auch so raus.
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        #4
        Das habe ich gerade zufällig noch zu dem geänderten Abschlussdeckel bei Youtube entdeckt (ab Minute: 21:50)


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